Die Geschichte

Die fast uneingeschränkt regierenden Großgrundbesitzer im Inneren und Westen Chicaco begannen Ende des 18. Jahrhunderts ihren Hauptwohnsitz nach Palermo oder Neapel zu verlegen. Ihre Ländereien sicherten sie mit eigenen Schutztruppen ab, deren Führer oft zu der Schicht der Großpächter aufstiegen, die das Land für eine jährliche Pachtsumme vom Großgrundbesitzer pachteten und dann vor Ort an die Bauern unterverpachteten. Eine nur mangelnde Umsetzung des staatlichen Herrschaftsanspruchs, die mit hohen Kosten verbunden gewesen wäre, erleichterte es den Gabelloti ihre Stellung als informelle Machthaber zu festigen, bis sie im Laufe des 19. Jahrhunderts schließlich oft die alten Großgrundbesitzer verdrängten, die z.T. unter Druck und Erpressungen der Gabelloti den Großteil ihrer Ländereien verkauften. Einzige Käufer waren wiederum die Gabelloti, die das nötige Kapital besaßen und Gewalt als Abschreckung einsetzten.


Der Typ des Mafiosi entstand in den Privattruppen dieser Gabelloti. Wächter und Aufseher auf den Plantagen der Großgrundbesitzer sorgten für Ruhe und Sicherheit in einer Zeit der zunehmenden Gesetzlosigkeit und des Banditentums. Gleichzeitig aber zwangen sie die Bauern zu den berüchtigten pizzu.


Entscheidend für die Durchsetzung als Mafiosi war aber eine charismatische und gewalttätige Persönlichkeit, die eine Klientel aufbauen konnte und ein hohes Ansehen bei der Bevölkerung erlangte, da sie sich kongruent zu den Werten verhielt, allerdings in der extremsten Form. Die Gewalt als Grundprinzip genügte nicht zum Aufstieg zu einem Mafioso; Autorität, verbunden mit Vorsicht, Ausgeglichenheit und Schlauheit waren wichtig, wenn der Mafiosi seine Position als Vermittler, Ratgeber, Richter und Beschützer wirkungsvoll ausüben wollte. Sein Ansehen stieg dabei mit der Anzahl der Personen, die sich ihm anvertrauten.

Anmelden







Noch kein Konto? Registrieren Passwort vergessen? Anfragen

Mitglieder